Nach gut 1.600 Kilometern Fahrt sind wir zuhause wieder angekommen und ich möchte meine Sicht auf den gestrigen Abend schildern:
Obwohl es auf dem Weg nach Landshut zum Teil stärkere Regenschauer gab, war davon in Landshut nichts zu sehen. Abgesehen von vereinzelten Wolken schien die Sonne und es war angenehm warm. Um viertel vor drei kamen wir gestern auf den Flugplatz an und waren zu diesem Zeitpunkt von dem großen Zuschauerandrang überrascht gewesen. Dass bereits zum Training 3000 und mehr Zuschauer vor Ort gewesen sind, habe ich so noch nicht miterlebt. Daran ist auch zu erkennen, wie sehr die Region auf das Event hingefiebert hat. Bis zum Rennstart war es noch ein wenig hin und die Plätze wurden voller und voller, sodass man schnell sein musste, um die besten Plätze beanspruchen zu können.
Gleich in den ersten Läufen haben wir festgestellt, dass die Bahn heute Abend eine völlig andere Beschaffenheit als bei den Ligarennen hatte. Die schnellen Linien waren eindeutig außen zu verorten und dort hat sich das Renngeschehen verlagert. Wer die ganze Zeit auf der Innenbahn fuhr, wurde in vielen Fällen früher oder später überholt. Am meisten gefiel mir die Ausgeglichenheit in dem Feld, keiner konnte sich so richtig absetzen und hatte zumindest einen schlechten Vorlauf gehabt. Besonders gefiel mir der Kampf zwischen Wozniak und Zmarzlik, der mehrfache Wechsel an der Spitze hat mich sehr begeistert. So kam es nach Ende der Vorläufe dazu, dass keiner der Fahrer mit acht Punkten sich für das Halbfinale qualifizieren konnte.
Zum Zeitpunkt der Auslosung der Halbfinals kamen dunkle Wolken über das Stadion und die ersten Tropfen fielen herunter. Das veranlasste die Veranstalter, keine Zeit zu verlieren und die restlichen Läufe schnell zu absolvieren. Im Finale gab es als Bonus noch den tollen Kampf zwischen Holder und Zmarzlik mit dem besseren Ende für Letzteren. Pünktlich zur Siegerehrung öffneten sich die Schleusen von oben und es fing stärker an zu regnen, später kam dann noch Gewitter hinzu. Das war wirklich perfektes Timing und das Renngeschehen hätte von der Dauer her nicht länger sein dürfen.
Am Ende haben wir mit Michelsen einen für mich überraschenden Sieger, Zmarzlik und Holder komplettierten verdientermaßen das Podium. Auch für Kubera wäre ein Platz auf dem Treppchen nicht unverdient gewesen. Er zeigte ab dem dritten Vorlauf eine starke Leistung und hat sich das Finale mehr als verdient. Eine weitere positive Überraschung war für mich Szymon Wozniak, schade dass es nicht für mehr gereicht hat. Kai hat für mich heute nicht die richtige Abstimmung seines Motorrads auf der Bahn gefunden. Dies zeigte sich in den langsameren Trainingszeiten und führte sich in den Vorläufen fort. Er hat viel gegeben, aber die Leistung der Maschine hat gestern nicht genug ausgereicht. Für Norick war der Abend eine schöne Erfahrung und er konnte zumindest einen Punkt erfahren. Wenn er weiterhin in den internationalen Ligen regelmäßig fährt und Kenntnisse über die Bahnen etc. sammelt werden die Ergebnisse sich weiter verbessern, da mache ich mir keine Sorgen. Enttäuscht war ich am Abend von der Performance von Freddie Lindgren. Er ist zu keiner Zeit mit der Bahn warm geworden und blieb weit hinter den Erwartungen zurück.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass der gestrige Grand Prix meine Erwartungen mehr als übertroffen hat. Zuletzt war ich 2014 in Landshut und der Grand Prix hat das Ganze noch getoppt. Alle Verantwortlichen haben eine hervorragende Leistung bzgl. der Rennorganisation und Bahnpäparation vorgenommen. Daher würde ich es sehr begrüßen, wenn im nächsten Jahr der Grand Prix wieder nach Landshut geht. Sollte dies der Fall sein, sollten die Veranstalter zusätzlich zwei oder drei Stände mehr für die Versorgung aufstellen, sodass die Wartezeiten an den Ständen gering und die Schlangen kürzer sind. Was ich zudem bemängelt habe, war die überaus kurze Zeit für die Autogramm-Session. Angesetzt waren hier 30 Minuten und nach gut 20 Minuten wurde der Eingang zu dem runden Tisch mit den Fahrern geschlossen. Das erzeugte viel Enttäuschung bei den Fans, gerade auch bei den Kindern. Das hätte anders gelöst werden müssen und die Zuständigen haben sich mit dieser Entscheidung keinen Gefallen getan.
Abseits des Renngeschehens haben wir uns noch die Innenstadt von Landshut etwas angeschaut und die Burg Trausnitz besucht. Diese ist für mich eine schöne Attraktion und von oben haben wir einen schönen und weitläufigen Blick über die Stadt erhalten. Das Wochenende hat sich also rundum gelohnt. Zuschauer mit einer längeren Anreise kann ich den weiten Weg nach Landshut empfehlen. Es lohnt sich auf jeden Fall, auch abseits unseres geliebten Motorsports.
Zu guter Letzt möchte ich noch Speedway-Kibic und Gabi grüßen, war schon Euch wieder gesehen zu haben