von der FB Seite der MSV Herxheim
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Bahnsportenthusiasmus - Positiv verrückt oder Sandbahnvirus ?
Anbei einmal ein Statement von unserem Streckenposten Stefan aus Eisenberg der aus seiner Sicht einmal den diesjährigen Renntag in Herxheim beschreibt. Wir finden es lesenswert.
Vatertag, nein, besser gesagt: Renntag, Herxheim ruft! Morgens, kurz nach 6 Uhr. Abfahrt. Und das bei DER Wettervorhersage. Warum macht man das? Weil man es will! Unterwegs schon Regen, dunkle Wolken, eigentlich ist es jetzt schon zum scheitern verurteilt. Ich als Pessimist bin plötzlich Optimist. Nach einer Stunde angekommen. Man geht ins Stadion: Da ist sie: die Rennbahn! Immer wieder ein besonderer Moment. Das Stadion top in Schuss, Airfence, deren Aufbau mühselig ist, alles gepflegt, Rasen gemäht, Hecken geschnitten, ein toller Anblick.
Aber... man schaut in viele bekannte Gesichter, man grüßt sich, kurzer Smalltalk und da ist er: der Zweifel am Wetter. Findet das Rennen statt, wird man es abbrechen oder gar absagen? Absagen? Nein, nicht in Herxheim. Die Flinte ins Korn schmeißen gibt es hier nicht. Als Streckenposten beziehe ich meinen Platz, schaue im Stadion umher und denke: was steckt da wieder für eine Arbeit drin? Tagelang, wochenlang oder gar monatelang alles akribisch vorbereitet... Wahnsinn. Dann der Blick gen Himmel, da ist er wieder, der Zweifel...
Es ist soweit, das Training beginnt, da ist er: DER Sound, der Beste Sound der Welt. Es dröhnt, brummt, die alljährliche Gänsehaut ist auch wieder da. Soweit so gut, man ist wie immer gut im Zeitplan. Dann, kurz vor Mittag: der erste Schauer, und was für einer! Reicht vollkommen aus, um die Bahn erstmal unfahrbar machen, aber die Kollegen vom Bahndienst sind gewappnet, Landesweit bekannt für ihren tollen Job. Und ja, es funktioniert auch dieses Mal wieder. Und wie. Trotzdem hat man wieder Zweifel! Wars das an Regen? Man ist flexibel, streicht das Pflichttraining, verschiebt ein Rennen vor Vormittag auf den Nachmittag. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Ein Blick ins weite Rund: uiuiui, deutlich weniger Zuschauer, war klar, bei den Spritpreisen, bei DER Wettervorhersage! Es geht letztendlich in die Mittagspause. Der Bahndienst voll in seinem Element, Wahnsinn, was die da machen! Top-Job! Man hofft, man bangt, der Himmel verheißt nix gutes. Ein paar Smalltalks im Fahrerlager, mit den Stahlschuh-Helden reden, überall ist er, der Zweifel. Kurz was essen, dann wieder im Rennmodus. Dann ist Fahrervorstellung, man drückt aufs Tempo, man will den Leuten was bieten! Kein großartiges bla bla. Machen statt Labern! Gut so!
Rennbeginn! Die ersten Läufe, die Fahrer geben alles, aber die Bahn ist schwierig. Die Brillen sind Ruckzuck verschlammt, dank fragwürdiger Vorschriften vom Verband haben sie die Brillentechnik vergangenener Jahre nicht mehr zur Verfügung. Als Streckenposten ist man nah dran, näher als die Zuschauer. Logisch. Und wenn man genau hinsieht, sieht man, wie die Fahrer mit der Bahn so ihre Probleme haben. Der nächste Schauer, kurze Unterbrechung, was tun? Die Sicherheit... Die Bahn verträgt den kleinen Schauer gut, weiter geht's... wieder 3 Rennen, wieder Regen. Da ist er wieder, der Zweifel...
Trotzdem geht's weiter. Dann: ein Schutt, volle Kanne, ich sitze zusammengekauert unterm Regenschirm, harre aus. Im kalten, im Wind, im Nassen... Warum? Weil ich es so wollte! Niemals wäre ich an diesem Morgen zu Hause geblieben, es ist schließlich Renntag! Ja, Regen, Wind, Kälte.. 3 gute Gründe, um morgens lieber im Bett zu bleiben.
Nach 10 Minuten Regen schaue ich unterm Schirm hervor, sage mir laut vor: "Das wars!" Die Bahn komplett abgesoffen, man erkennt auf Grund jahrelanger Erfahrungen sofort, das dieser Schauer den Renntag beendet hat. Trotzdem bleiben die Zuschauer da, kaum jemand geht, Wahnsinn!
Die Verantwortlichen beraten sich mit den Fahrern, es kommt was kommen muss: Absage! Man packt sein Bündel zusammen, Strohballen, Feuerlöscher und rote Fahne werden abgegeben. Man blickt in viele Gesichter. Enttäuschung überall, die ganze Arbeit der vergangenen Wochen, alles weggespühlt. Und gleichzeitig ist er da: der Enthusiasmus für nächstes Jahr! . Wie gesagt, Flinte ins Korb werfen, gibt es nicht in Herxheim.
Nächstes Jahr Himmelfahrt, kurz nach 6 Uhr, Abfahrt... ohne Zweifel...
Was den Bahnsportenthusiasmus angeht trifft das natürlich in anderer Form, je nach Aufgabengebiet auf viele bei uns im Verein zu. Ex Europameister Manfred Poschenrieder sagte schon einmal sinngemäß: „Wir haben alle einen Bahnsportvirus und den wirst du nicht mehr los…
In diesem Sinne nochmals: ... Danke an alle Fahrer, Helfer, Zuschauer, Fotografen die bei DER Wettervorhersage trotzdem gekommen sind, gefahren sind, alles gegeben haben!
Auf ein neues in 2027! AO